
FORUM DE DEFENSE ET DE STRATEGIE

Revue de Presse Défense & Diplomatie
Presseschau Außen- und Verteidigungspolitik
Press Review (Defence and Diplomacy)

Schmuggelnetzwerke in der Sahelzone: Die Rolle tschadischer Milizen in der Kriegsökonomie
Amanda B. Kadlec analysiert die Rolle tschadischer Milizen in Schmuggelnetzwerken in der Sahelzone, insbesondere im Handel mit Gold, Waffen und Treibstoff. Diese Aktivitäten verbinden vor allem Tschad, Libyen und Sudan und ermöglichen bewaffneten Gruppen, ihre Operationen zu finanzieren. Der Artikel zeigt, dass diese Netzwerke eine regelrechte Kriegsökonomie bilden, die über nationale Grenzen hinausgeht und zur Aufrechterhaltung der regionalen Instabilität beiträgt.
Südkoreanische U-Boote: Eine Chance für Frankreich
Florian Galleri untersucht Südkoreas Pläne zum Bau nuklear angetriebener U-Boote. Schwierigkeiten der Vereinigten Staaten bei der Bereitstellung des erforderlichen Kernbrennstoffs könnten Frankreich eine Chance eröffnen, da Frankreich über umfangreiche Erfahrungen im Bereich der nuklearen Antriebstechnologie für Kriegsschiffe verfügt. Paris könnte Seoul daher eine industrielle und technologische Zusammenarbeit anbieten und gleichzeitig seine strategische Partnerschaft mit Südkorea im Indopazifik stärken.
Hugo Tiernys Analyse zeigt, wie Peking seine globale Präsenz durch eine Kombination militärischer, wirtschaftlicher, sicherheitspolitischer und administrativer Instrumente weiter ausbaut. Taiwan bleibt dabei der wichtigste Schwerpunkt, mit einer Zunahme chinesischer Patrouillen und Operationen unterhalb der Schwelle eines offenen Konflikts. Gleichzeitig stärkt China seine Hafeninfrastruktur und seine Sicherheitspartnerschaften. Ziel ist es, seinen Einfluss zu festigen und schrittweise ein für China günstiges strategisches Umfeld zu schaffen.
Überzeugen, um zu siegen: Frankreich und die Entwicklung einer Doktrin der Informationskriegsführung
Laurent Bansept untersucht die zunehmende Bedeutung der Informationskriegsführung in modernen Konflikten. Die Erfahrungen Frankreichs im Nahen Osten, in der Sahelzone und in der Konfrontation mit Russland haben dazu geführt, dass Einflussoperationen zunehmend als strategische Herausforderung betrachtet werden. Frankreich entwickelt schrittweise eine Doktrin, um Informationsoperationen besser zu erkennen, abzuwehren und selbst durchzuführen. Das Aufkommen generativer künstlicher Intelligenz macht diese Anpassung noch dringlicher.
Kanada: Eine Rückkehr zu seinen europäischen Wurzeln?
Kanada versucht angesichts der Spannungen und seiner anhaltenden Abhängigkeit von den Vereinigten Staaten, seine Beziehungen zu Europa zu stärken. Im Mittelpunkt stehen insbesondere Verteidigung, kritische Rohstoffe, Energie und Handel. Europa bietet Ottawa damit die Möglichkeit, seine strategischen Partnerschaften zu diversifizieren. Dies könnte zu einer engeren Zusammenarbeit zwischen Kanada und der Europäischen Union führen, ohne die grundlegenden Beziehungen Kanadas zu Washington infrage zu stellen.
Cyberkriminalität in Zentralafrika: Typologie, Erfahrungen und staatliche Reaktionen
Philippe Awono untersucht die zunehmende Cyberkriminalität in Zentralafrika und die Diversifizierung ihrer Methoden. Die Ausbreitung digitaler Technologien eröffnet Cyberkriminellen neue Möglichkeiten, während ihre Profile und Zielgruppen immer vielfältiger werden. Die Staaten beginnen, ihre Cybersicherheitspolitik zu verstärken, doch diese Maßnahmen sind noch nicht ausreichend auf die kriminelle Dimension der Bedrohung ausgerichtet. Die zentrale Herausforderung besteht daher darin, Cybersicherheit und die Bekämpfung digitaler Kriminalität besser miteinander zu verbinden.
Kanadas Klimasicherheit erfordert mehr als Militärausgaben
Die Autorinnen argumentieren, dass steigende kanadische Militärausgaben allein nicht ausreichen, um die neuen sicherheitspolitischen Herausforderungen des Klimawandels zu bewältigen. Naturkatastrophen, anfällige Infrastrukturen, Kommunikationsausfälle und Entwicklungen in der Arktis schaffen einen „Zwischenbereich“, der sich nur schwer eindeutig der zivilen Sicherheit oder der Verteidigung zuordnen lässt. Daher plädieren sie für einen Ansatz, der lokale Gemeinschaften, indigene Bevölkerungsgruppen und zivile Akteure stärker einbezieht. Nationale Resilienz müsse somit sowohl auf militärischen als auch auf zivilen Fähigkeiten beruhen.
Kanada tritt dem Global Combat Air Programme zur Entwicklung eines Kampfflugzeugs der sechsten Generation bei
Im Juli 2026 wurde Kanada zum ersten Beobachterland des Global Combat Air Programme (GCAP), das von Großbritannien, Italien und Japan zur Entwicklung eines Luftkampfsystems der sechsten Generation betrieben wird. Die Teilnahme könnte Ottawa Zugang zu fortschrittlichen Technologien und neuen Möglichkeiten für die kanadische Verteidigungsindustrie verschaffen. Die Autoren betonen jedoch, dass der Beobachterstatus zunächst begrenzt bleibt. Kanada muss seinen eigenen Beitrag und seine Ambitionen definieren, wenn es zu einem vollwertigen Partner des Programms werden möchte.
Golden Dome: Ein hohler Schutzschild
Diese Folge von Le Collimateur untersucht das amerikanische Projekt „Golden Dome“, mit dem ein verstärktes Raketenabwehrsystem für die Vereinigten Staaten geschaffen werden soll. Die Gesprächspartner hinterfragen einige der technologischen Versprechen des Projekts und vergleichen es mit früheren amerikanischen Raketenabwehrprogrammen sowie dem israelischen Modell. Darüber hinaus werden die Grenzen des Programms und seine möglichen strategischen Auswirkungen untersucht.
Ukraine: Rückblick auf einen turbulenten Sommer [Zone d’opérations #23]
Alexandre Jubelin und Joseph Henrotin ziehen eine Bilanz des Ukrainekriegs im Sommer 2026. Sie analysieren die Entwicklungen an der Front sowie russische und ukrainische Angriffe mit mittlerer und großer Reichweite. Dabei geht es auch um deren militärische Wirksamkeit und ihren Einfluss auf den weiteren Verlauf des Krieges. Abschließend werden die politische Lage in der Ukraine und die Regierungsumbildung als Faktoren betrachtet, die den weiteren Verlauf des Konflikts beeinflussen könnten.