
FORUM DE DEFENSE ET DE STRATEGIE

Revue de Presse Défense & Diplomatie
Presseschau Außen- und Verteidigungspolitik
Press Review (Defence and Diplomacy)

Das Verteidigungsbündnis, das Washington derzeit zu schwächen droht
Die Autoren untersuchen die Entwicklung der verteidigungsindustriellen Beziehungen zwischen den USA und ihren Verbündeten. Sie zeigen, dass die jüngsten politischen Entscheidungen in Washington bestehende Mechanismen der industriellen Zusammenarbeit unter Druck setzen. Beschränkungen, politische Unsicherheiten und Anforderungen an Lieferketten erschweren gemeinsame Rüstungsprojekte. Kanada und die europäischen Staaten sind von dieser Entwicklung besonders betroffen. Dies könnte die US-Partner dazu bewegen, ihre eigenen industriellen und technologischen Fähigkeiten stärker auszubauen. Gleichzeitig bleibt die militärische Interoperabilität mit den USA ein wichtiger Faktor. Der Beitrag zeigt damit mögliche langfristige Veränderungen innerhalb der westlichen Verteidigungsindustrie auf.
Stromnetze und Konflikte: Aufbau und Entwicklung von Resilienzstrategien
Die Autorin untersucht die zunehmende strategische Bedeutung von Stromnetzen für die internationale Sicherheit. Stromnetze sind gleichzeitig kritische Infrastruktur, militärische Ziele und eine Frage staatlicher Souveränität. Der Krieg in der Ukraine verdeutlicht diese Entwicklung durch wiederholte Angriffe auf die Energieinfrastruktur. Die Ukraine setzt unter anderem auf dezentrale Energieerzeugung, redundante Systeme und Verbindungen mit dem europäischen Stromnetz. Auch Cyberangriffe stellen eine wachsende Bedrohung dar, ergänzt durch die Folgen des Klimawandels. Die USA, China und die Europäische Union verfolgen unterschiedliche Strategien zum Schutz ihrer Netze und Lieferketten. Damit wird die Resilienz der Energieversorgung zunehmend zu einer eigenständigen strategischen Herausforderung.
Vom Konsens zur Umsetzung: Europas Weltraumverteidigung nach dem Pariser Gipfel
Die Autorin untersucht, wie Europa seine wachsenden Ambitionen im Weltraumbereich in konkrete Fähigkeiten umsetzen kann. Der Pariser Gipfel hat den Konsens über die strategische Bedeutung des Weltraums für die europäische Sicherheit gestärkt. Satelliten sind für Kommunikation, Aufklärung, Navigation und militärische Operationen unverzichtbar geworden. Gleichzeitig entstehen neue Verwundbarkeiten durch Cyberangriffe, Störmaßnahmen und Antisatellitenfähigkeiten. Europa muss daher seine Weltrauminfrastruktur besser schützen und seine technologische Autonomie stärken. Der Beitrag betont die Notwendigkeit einer engeren Abstimmung zwischen nationalen und europäischen Initiativen. Die zentrale Herausforderung besteht nun darin, politische Ambitionen in konkrete Programme, Finanzierung und Fähigkeiten zu überführen.
Governance von Mobilität: Der Hub Dschibuti zwischen Einflussstrategien und Souveränität
Die Studie untersucht die strategische Rolle Dschibutis bei der Steuerung von Mobilität am Horn von Afrika. Die Konflikte im Sudan und in Äthiopien sowie klimabedingte Entwicklungen haben die Bewegungen von Menschen in der Region verstärkt. Dschibuti ist zu einem wichtigen Knotenpunkt zwischen dem Horn von Afrika und der Arabischen Halbinsel geworden. Die Europäische Union und die Internationale Organisation für Migration verfolgen dort unter anderem Ansätze zur Auslagerung des Migrationsmanagements. Mobilität wird dadurch zunehmend zu einer diplomatischen und sicherheitspolitischen Frage. Die Autoren zeigen zugleich Spannungen zwischen nationalen Behörden, internationalen Organisationen und regionalen Akteuren auf. Dschibuti erscheint damit als wichtiger Akteur der regionalen Migrationssteuerung.
Ultima Ratio Regum: Welche Feuerkraft für die französischen Streitkräfte ?
Die Studie untersucht den Bedarf der französischen Streitkräfte an Feuerkraft angesichts der Rückkehr von Hochintensitätskonflikten. Die jüngsten Kriege zeigen die wachsende Bedeutung von Raketen, Drohnen und weitreichenden Präzisionsschlägen. Die Autoren plädieren für eine Neubewertung des Verhältnisses zwischen hochentwickelten Systemen und kostengünstigeren Fähigkeiten, die in größerer Zahl eingesetzt werden können. Drohnen und weitreichende Wirkmittel gewinnen dabei zunehmend an Bedeutung. Frankreich muss seine militärischen Fähigkeiten zugleich an seine strategischen Ambitionen und seine Rolle in Koalitionen anpassen. Artillerie, luftgestützte Schlagkraft und die Feuerkraft der Marine werden dabei als wichtige Bereiche betrachtet.
Warum Kanada in der Verteidigungspolitik nach Europa schwenkt
die Autoren analysieren die zunehmende sicherheitspolitische Annäherung Kanadas an europäische Partner. Dieser Wandel findet vor dem Hintergrund wachsender Unsicherheit in den Beziehungen zu Washington und eines zunehmend angespannten europäischen Sicherheitsumfelds statt. Ottawa versucht, seine Partnerschaften zu diversifizieren und die Beziehungen zu Europa zu stärken. Die Beteiligung an europäischen Verteidigungsinitiativen könnte auch neue Möglichkeiten für die kanadische Rüstungsindustrie schaffen. Die Autoren nennen unter anderem die Arktis, maritime Sicherheit und Luftverteidigung als mögliche Kooperationsfelder. Auch die Debatte über Kanadas zukünftige Kampfflugzeuge verdeutlicht die strategischen Entscheidungen, vor denen Ottawa steht. Insgesamt geht es um eine stärkere kanadische verteidigungsindustrielle und technologische Basis.
Gemeinschaftliche Resilienz als strategische Ressource: Stärkung der arktischen Souveränität und Verteidigungsbereitschaft
Die Autoren untersuchen die Bedeutung der Widerstandsfähigkeit lokaler Gemeinschaften für Sicherheit und Souveränität in der kanadischen Arktis. Die Erwärmung des Nordens verstärkt Risiken durch Küstenerosion, Waldbrände, Überschwemmungen und das Auftauen des Permafrosts. Die kanadischen Streitkräfte werden zunehmend zur Unterstützung bei solchen Krisen eingesetzt, was zusätzliche militärische Ressourcen bindet. Die Studie spricht sich daher für stärkere lokale Fähigkeiten und mehr Resilienz auf Gemeindeebene aus. Indigene Gemeinschaften spielen aufgrund ihrer Kenntnisse des Territoriums eine besondere Rolle. Die Autoren verweisen zudem auf Konzepte der „Total Defence“, wie sie in nordischen Ländern entwickelt wurden. Dauerhafte lokale Präsenz und bessere Infrastruktur werden damit auch als Bestandteile der kanadischen Souveränität betrachtet.
Von der Vision zur Umsetzung: Wie Kanada den Wettbewerb um Verteidigungsinnovation voranbringen kann
Die Autorin untersucht, wie Kanada seine Ambitionen im Bereich der Verteidigungsinnovation in konkrete Ergebnisse überführen kann. Kanada möchte eine Wirtschaft entwickeln, die Verteidigung, Sicherheit und Resilienz miteinander verbindet. Dafür müssen jedoch die verschiedenen Akteure der Innovationsfinanzierung besser miteinander verknüpft werden. Innovative Unternehmen benötigen Risikokapital, Kredite, Garantien und institutionelle Investitionen, um wachsen zu können. Auch der Staat spielt eine wichtige Rolle, indem er eine ausreichend vorhersehbare Nachfrage schafft. Die Autorin betont, dass Marktmechanismen allein die Entwicklung wichtiger Verteidigungsfähigkeiten nicht gewährleisten können. Kanada verfügt über bedeutende Innovationsökosysteme, muss diese jedoch stärker mit seiner industriellen Basis verbinden. Die zentrale Herausforderung liegt damit im Übergang von strategischer Planung zu konkreter Umsetzung.
Le Collimateur — 15. September 2026
Diese Ausgabe von Le Collimateur befasst sich mit mehreren aktuellen strategischen Fragen und deren Auswirkungen auf die französischen und europäischen Streitkräfte. Die Gesprächspartner analysieren die Veränderungen des sicherheitspolitischen Umfelds und die Folgen der Rückkehr von Hochintensitätskonflikten. Dabei werden Entwicklungen bei militärischen Doktrinen und Fähigkeiten in einen größeren strategischen Zusammenhang gestellt. Besondere Aufmerksamkeit gilt Feuerkraft, Aufklärung und der Anpassung der Streitkräfte. Neue Technologien verändern zudem die Durchführung militärischer Operationen. Die Diskussion ordnet diese Entwicklungen in den breiteren Wettbewerb zwischen den Großmächten ein. Damit bietet die Folge einen Überblick über zentrale militärische und strategische Anpassungen in Europa.
Le Collimateur — 18. September 2026
Die Autoren untersuchen die Veränderungen der Kriegsführung und ihre Auswirkungen auf die heutige Militärstrategie. Die Folge beschäftigt sich mit den Lehren aus jüngeren Konflikten und den notwendigen Anpassungen der europäischen Streitkräfte. Im Mittelpunkt stehen unter anderem Entwicklungen bei militärischen Doktrinen, Technologien und Fähigkeiten. Die Gesprächspartner betonen die Bedeutung einer wirksamen Verbindung von Aufklärung, Führung, Technologie und Feuerkraft. Neue Formen der Kriegsführung erfordern zugleich Anpassungen bei Organisation und Ausbildung der Streitkräfte. Diese Entwicklungen werden in den größeren Kontext des strategischen Wettbewerbs zwischen den Mächten gestellt. Die Folge bietet damit eine Reflexion über die Anpassung europäischer Streitkräfte an die Merkmale moderner Konflikte.